Lakkadiven

Geschichte der Lakkadiven

 

 

Die Lakkadiven und die angrenzenden Amindiven sowie Minicoy werden bereits seit Jahrhunderten erwähnt und in ihre Namen sind entsprechend lange in Dokumenten historisch belegt. Zusammen bilden sie heute den Destrikt Lakshadweep. Dieser Name soll sich nach Volksweisheiten vom Wort Laksha ableiten, das „Hunderttausend“ bedeutet und eine Anspielung auf die vielen kleinen Inseln der Atolle sein könnte. Wissenschaftler halten diese Herleitung jedoch für unwahrscheinlich.

 


Frühe Geschichte


In griechischen Aufzeichnungen aus em 1. Jahrhundert nach Christus sind die Lakkadiven bereits erwähnt, eine Besiedlung kann jedoch erst sicher für das 6. Jahrhundert nachgewiesen werden. Für die Zeit um 1000 nach Christus bestehen Aufzeichnungen, dass die Bewohner der Lakkadiven arabischen Seefahrern Kokosnüsse und Kokosseile verkauft haben. Spätestens seit dieser Zeit sind die Inseln von Lakshadweep regelmäßig Ziel von Händlern gewesen. Zu dieser Zeit fand auch eine langsame Islamisierung der Inseln statt. Wie die der Malediven sind die Bewohner Lakkadiven spätestens seit dem 12. Jahrhundert fast ausschließlich Moslems. Das ist eine Besonderheit, da die Lakkadiven zu der Zeit von Rajas beherrscht wurden, die Hindus waren.

 


Portugiesische Plünderer


Anfang des 16. Jahrhunderts kam es auf den Lakkadiven immer wieder zu Übergriffen der Portugiesen. Die damalige Weltmacht hatte im westindischen Goa eine wichtige Kolonie errichtet. Der Weg dorthin führte die Schiffe Portugals direkt an den Lakkadiven vorbei. Die Besatzung bediente sich plündernd bei der einheimischen Bevölkerung und versorgte sich so mit Kokosnüssen, Frischwasser und Flechtwaren. In dieser Zeit gab es sogar einen kleinen Stützpunkt der Portugiesen auf den Inseln. Die Portugiesen wurden erst durch die Rajas von Kannur vertrieben, die aber ebenfalls bei der Bevölkerung sehr unbeliebt waren.

 


Britische Kolonialherrschaft und Neuzeit


Zwischen 1799 und 1854 blieben die Lakkadiven zwar unter der Herrschaft von Kannur, aber die britische Kolonialmacht baute ihren Einfluss deutlich aus. Um Kreditzinsen zu zahlen, übergab der Raja 1854 die Inseln an die Briten. Diese nutzen die Lakkadiven als Stützpunkt und als Lieferant von Kokosnüssen.

 

Mit der Unabhängigkeit Indiens im Jahre 1947 waren auch die Lakkadiven sowie die umliegenden Amindiven und Minicoy als Teil Indiens frei von fremder Herrschaft. Nach mehreren Umstrukturierungen ist dabei 1973 das heutige Unionsterritorium Lakshadweep entstanden. Der Verwaltungssitz ist zwar auf Kavaratti, jedoch untersteht das Territorium einem starken Einfluss aus der Hauptstadt Neu Dehli.

 

Die Lage der Insel Minicoy führt zu Spannungen mit den Malediven. Minicoy liegt näher an den Malediven als an den Lakkadiven und ist auch sozio-historisch eher den Malediven zuzuordnen. Diese erheben in Äußerungen immer wieder vorsichtig einen Anspruch auf die Atollinsel. Dadurch kommt es regelmäßig zu Verstimmungen im Verhältnis von Indien und den Malediven.